Die Geschichte des Klosters Heiningen in Zahlen und Ereignissen

Von der Gründung bis zum Niedergang während der Pest

Um 1000

Klostergründung als Kanonissenstift: Keine festen Ordensregeln, Klosterländereien als Privatbesitz der Nonnen. Bestätigung der Besitztümer, Exemption (Ausgliederung) von weltlicher Gerichtsbarkeit, Befreiung von Zöllen und Zehnten durch Kaiser Otto III.

1013

Erste erhaltene urkundliche Bestätigung der Ordensrechte durch Kaiser Heinrich II.

1126

Umwandlung des Klosters in ein Augustinerinnenstift.

Um 1200

Bau der noch heute in seiner Grundform erhaltenen Klosterkirche als dreischiffige Basilika im romanischen Stil.

Um 1350

Ausbruch der Pest. Wirtschaftlicher Niedergang. Mit der Verarmung gingen Orientierungslosigkeit und „Sündenfall“ einher.

Reformationszeiten

1451

Windesheimer Reform: Das Kloster wird reformiert. Gemeinschaftsleben wird eingeführt. Privatbesitz der Nonnen wird abgeschafft. Landesherr des Klosters wird der Bischof von Hildesheim.

Ab 1519

Kloster Heiningen während der Reformationszeit - Hildesheimer Stiftsfehde: Konflikt zwischen dem Hochstift Hildesheim und dem welfischen Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel und Calenberg.

1523

Konflikt endet u.a. mit dem Übergang der Besitzungen des Klosters Heiningen an das Fürstentum.

1542/43

Erste Reformation – Hildesheimer Hauptregress: Rückübertragung des Stifts Heiningen an das Hochstift Hildesheim.

1547

Erneute Übertragung an das Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel unter Heinrich dem Jüngeren.

1568

Zweite Reformation durch Heinrich Julius, Sohn von Heinrich dem Jüngeren.

Vom 30jährigen Krieg bis Napoleon

1618 bis 1648

Dreißigjähriger Krieg: Mehrfache Verwüstungen und Plünderungen.

1629

Rekatholisierung nach Restitutionsedikt von Kaiser Ferdinand II.

1631 bis 1638

Wiederaufbau des Klosters. Frömmigkeit und lange wirtschaftliche Blüte bis zu den Koalitions- bzw. Napoleonischen Kriegen 1792 bis 1815.

1802

Reichdeputationshauptschluss: Das Kloster Heiningen fällt mit dem Hochstift Hildesheim an das Königreich Preußen.

1807

Das Kloster fällt an das von Napoleon neugegründete Königreich Westphalen. König wird Jerome, der Bruder von Kaiser Napoleon Bonaparte.

Das Land wird nach französischem Vorbild organisiert. Heiningen gehört zum Departement Oker, Kanton Schladen. 

Säkularisation und Familienbesitz

17. Januar 1810

Aufhebung des Stifts Heiningen durch die westfälische Regierung.

27. Februar 1810

Verkauf des Klosters an Amtsrat Johann Samuel Markwort aus Schöningen.

Ab 1813

Der ehemalige Woll- und Hopfenhändler Degener, Schwiegersohn des Amtsrats Markwort, übernimmt das Klostergut/Rittergut Heiningen. Seither befindet sich das Klostergut Heiningen im Besitz der Familie Degener. Sohn Carl Degener wird erster Fideikommissherr und ist Mitbegründer der Zuckerfabrik Schladen. Dessen Sohn Robert Degener führt die Dreschmaschine, das Auto und das Tefelon ein.

1912

Karl Degener übernimmt das Anwesen und führt schwere Arbeitspferde, 2 Hanomag-Raupen und einen Binder ein.

Nach 1945

Sigrid Degener übernimmt die Leitung des Klostergutes, bis ihr Bruder Carllutz die Nachfolge antritt. Durch Misswirtschaft gerät das Gut in Zahlungsschwierigkeiten.

1982

Verkauf der Ländereien. Andreas Degener, Sohn von Carllutz, übernimmt den Resthof, er besteht nur noch aus den Gebäude- und Freiflächen innerhalb der alten Klostermauern und einem Stück Wald.