Mit der Verarmung gingen Orientierungslosigkeit und "Sündenfall" einher. 1451 wird das Kloster reformiert, Gemeinschaftsleben wieder eingeführt und Privatbesitz der Nonnen abgeschafft. Die wirtschaftlichen Verhältnisse stabilisieren sich. Landesherr ist Bischof von Hildesheim. Im Jahre 1513 geht das Kloster in der "Hildesheimer Stiftsfehde" zusammen mit sechs anderen Feldklöstern an den Herzog von Braunschweig. Bis 1542 sangen und beteten die Nonnen, und stickten ihre berühmten Teppiche..Dann wurde das Kloster von kursächsischen Soldaten geplündert und gegen den Willen der Bewohner reformiert. Dem ehemaligen Klostergut ist heute eine bebaute Restfläche von etwa 7 ha geblieben. Das älteste erhaltene Bauwerk ist die Klosterkirche (1). Sie wurde im 12. Jahrhundert im romanischen Stil auf älteren Grundmauern errichtet und vielfach verändert. Bei der Säkularisierung am Anfang des letzten Jhds. wurde die Kirche vom Gut abgetrennt.
Ihr Gesicht bekommt die Anlage heute durch das einheitliche Erscheinungsbild der großen barocken Wirtschaftsgebäude: der Ställe, Scheunen und Werkstätten. Sie bestehen aus meterstarken, geschlämmten und getünchten Bruchsteinwänden. Die gezahnte Eckquaderung und die Laibungen mit ihrem abgesenkten Schlußstein sind in Sandstein gehauen, mit einer scharrierten Rahmung versehen und heute teilweise blau-schwarz gestrichen. Barocke, eichene Traufgesimse leiten über zu hohen, steilen Satteldächern mit zumeist doppelt abgestrebtem, liegendem Stuhl bei einer Dachneigung um 50°. Die Deckung besteht überwiegend aus roten Kremperziegeln.
Von der B 4 aus betritt man den Wirtschaftshof (2) durch das große dreibogige Triumphtor (3), Wahrzeichen von Heiningen, in der Klostermauer. |